Heft 31: Muslimische Religionsgelehrte als Teil des ba'thistischen Regimes in Syrien?


Heft 31: Muslimische Religionsgelehrte als Teil des ba'thistischen Regimes in Syrien?

Artikel-Nr.: 978-3-86893-150-1

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Das ambivalente Verhältnis der Ba‘ṯ-Partei zum Islam sowie die Vielfalt an Religionsgemeinschaften begründen die große Bedeutung der Religionspolitik in Syrien. Im ersten Teil dieser Studie skizziert die Autorin die religionspolitischen Entwicklungen seit dem Machtantritt von Baššār al-Asad im Jahr 2000. Im Spannungsfeld zwischen der Förderung des „offiziellen Islams“ und der temporären Repression von muslimischen Bewegungen fragt die Autorin nach der Rolle von muslimischen Religionsgelehrten, die in Kontakt mit der Regierung stehen. Sind sie als Teil des ba‘ṯistischen Regimes zu verstehen oder nehmen sie vielmehr die Position von Vermittlern ein?
Um diese Frage zu beantworten, wird im zweiten Teil der Studie das Fallbeispiel eines bedeutenden  Religionsgelehrten untersucht: Muḥammad Sa‘īd Ramaḍān al-Būṭī (1929–2013). Anhand von zehn Freitagspredigten, die al-Būṭī 2011 und 2012 in der Umayyadenmoschee von Damaskus hielt, zeichnet die Autorin seine Positionierungen in Bezug auf zentrale Aspekte ba‘ṯistischer Politik nach. Das zu diesem Zweck entwickelte Kategoriensystem erfasst al-Būṭīs Aussagen zur nationalen Einheit der heterogenen Bevölkerung, zu den Feinden Syriens sowie zu der Frage, ob Syrien eine säkulare Republik oder ein islamischer Staat ist. Außerdem wird seine Darstellung der Aufstände und des Bürgerkriegs herausgearbeitet. Dabei wird deutlich, dass der sich intensivierende Konflikt al-Būṭī dazu zwang, seine vormals eingenommene Rolle als Vermittler aufzugeben.

Zur Autorin:

Mareike Krebs studierte an der Philipps-Universität Marburg den Bachelor Vergleichende Kultur- und Religionswissenschaft mit den Nebenfächern Orientwissenschaft sowie Friedens- und Konfliktforschung. Nach einem achtmonatigen Studienaufenthalt in Syrien absolvierte sie den Masterstudiengang „Vielfalt der Islamischen Welt“ an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Für ihre vorliegende Abschlussarbeit wurde sie 2014 mit dem Alumni-Preis der Philosophischen Fakultät ausgezeichnet. 

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